Gustav Werner Forum Reutlingen
Am denkmalgeschützten Backsteinbau auf dem ehemaligen Bruderhausgelände wurde ein Glasaufzug außen hinzugefügt. Die historische Abbildung zeigt den Theologen, Sozialreformer und Unternehmer Gustav Werner im Kreise seiner Schutzbefohlenen. Das freigestellte amorphe Motiv mäandert um den eckigen Kubus.

Das Motiv erscheint auf dem Glas wie eine Reflexion von weißen Wolken die über den Himmel ziehen. Durch Lichteinfall, Aufsicht, Durchsicht und Spiegelungen entsteht ein Wechselspiel zwischen Motiv, Hintergrund und Umgebung.

Normalerweise werden die dunklen Partien gedruckt. Die weiße Wiedergabe ist aber charmanter und intelligenter. Weiße Punkte bilden den besten Kontrast zum wechselnden Hintergrund. Bei naher Betrachtung löst sich das Bild in die Rasterpunkte auf. Erst bei genügend Abstand ergeben sich Grauabstufungen und das Motiv wird sichtbar.

Grobe Punkte wirken plakativer, kleine Punkte bringen mehr Details zum Vorschein. Autonome Punkte sind architektonischer und grafischer als das herkömmliche Druckraster mit ineinander verschmelzenden Punkten. Wegen der Einbauten im Aufzugsschacht haben wir uns für ein möglichst dichtes Raster entschlossen. In den Gesichtern, dort wo das Motiv am wichtigsten ist, sind die Punkte am dichtesten. In der Glasfabrik wurde im Siebdruckverfahren auf 2,6 x 1,1 m große Glasplatten gedruckt und der Druck anschließend ins Glas eingebrannt. Der Druck wurde zum Schutz vor Verwitterung auf der Innenseite des Sicherheitsglases angebracht.

Glas ist eigentlich kein idealer Informationsträger, da das Auge nicht weiß wo es fixieren soll. Wir möchten aber eine dekorative Wirkung erzielen und keine bestimmte Informationen übermitteln. Unsere Glasgestaltung ist ein Beitrag zur Kunst am Bau.