Glasgestaltung Bushaltestellen Reutlingen
Die Bundesrepublik Deutschland fördert Verkehrsprojekte in fünf deutschen Modellstädten. Auch in Reutlingen wurden die Weichen gestellt, um Messwerte zu verbessern und einer zeitgemäßen klimafreundlichen Mobilität gerecht zu werden. Eine wesentliche Maßnahme des neuen Buskonzeptes ist die Nutzung der Gartenstraße als zentrale Nahverkehrsachse. Dort wurden sieben Buswartehallen neu errichtet und besonders gestaltet.

Für die Gestaltung der neuen Haltstellen wurden historische Motive der Stadtgeschichte modern umgesetzt. Die Haltestelle „Hauptbahnhof/Gartenstraße“ schmückt die ehemalige Lokalbahn Reutlingen-Eningen („Büschelesbahn“) von 1899-1912. Die Haltestelle „Gartentor“ kennzeichnet das imposante Bauwerk aus der mittelalterlichen Befestigungsanlage von Reutlingen. Der schmiedeeiserne Musikpavillon von 1905 aus der Kastanien- und Lindenallee steht für die Haltestelle „Planie“. Die provisorisch als Fachwerkbau errichtete Leonhardskirche von 1893 dient als Mortiv für die Haltestelle „Leonhardsplatz“. Im Ortsteil Gönningen steht das Gönninger Bähnle von 1902-1982 („Sameschell“) stellvertretend für den Öffentlichen Nahverkehr.

Die Zeichnungen wurden nach historischen Vorlagen, Zeichnungen oder Fotografien erstellt. Von der Dampflokomotive der Büschelesbahn gab es zum Beispiel noch Kopien der Baupläne. Ein Beiwagen kann heute noch bei den Stadtwerken besichtigt werden. Ein baugleicher Triebwagen des Gönninger Bähnle fährt heute noch auf der Museumsbahn Amstetten-Gerstetten.

Die Zeichnungen wurden im Siebdruck in der Glasfabrik aufgedruckt. Sie Darstellungen passen in ihrem Stil zu den modernen Buswartehallen. Durch den transparenten Farbauftrag scheint der Hintergrund leicht durch. Die ausgesparten Linien ergeben überraschende Einblicke und Ausblicke.